Über den Buchrand... Lesung mit Simon Chevrier aus seinem Buch "Foto auf Anfrage" auf Deutsch und Französisch mit Simultanübersetzung
Ein geselliger Einlass ab 19:00 Uhr bei einem Glas Wein lädt zum Ankommen und Austausch ein. Ab 19:30 Uhr Lesung & Gespräch
Moderation: Falko Jentsch, Vorstand Christopher Street Day (CSD) Magdeburg und Sachsen-Anhalt
16.03.2026
19:30 bis 21:00 Uhr
Zentralbibliothek
Zentralbibliothek: Detailseite
Fachbereich Stadtbibliothek und Volkshochschule
Breiter Weg 109
39104 Magdeburg
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Eine französische Großstadt im Jahr 2020. Während das Leben allmählich durch Maßnahmen gegen die Pandemie eingefroren wird, protokolliert ein namenloser Ich-Erzähler seinen unsteten Alltag zwischen Jobsuche, Grindr Dates, Wohnungs-Hopping und gelegentlichen Rendezvous als Escort. Als er im Schlafzimmer seines Ex-Freunds die Schwarz-Weiß-Fotografie „Daniel Schook Sucking Toe“ von Peter Hujar an der Wand entdeckt, lässt ihn der eindringliche Blick des Models nicht mehr los. Dessen Identität herauszufinden wird zu einer neuen Obsession. Ohne Pathos und Zurückhaltung lässt der Erzähler die Lesenden an seinem prekären Dasein in der digitalen Gegenwart teilhaben.
Mit seinem Debütroman "Foto auf Anfrage" gelingt Simon Chevrier ein ehrliches Bild der queeren community in der Generation Z und ihrer Suche nach ihrem eigenen Weg. In klarer Sprache beleuchtet er Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung. Ausgehend von einem Foto spannt der Roman einen Bogen zur queeren Kunstszene im New York der 1970er und 80er Jahre und erzählt von einem jungen Leben in der digitalen Gegenwart, das in der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart nach Halt sucht.
Simon Chevrier , Jahrgang 1992, stammt aus Le Havre, der französischen Partnerstadt Magdeburgs – ein besonderer literarischer Brückenschlag zwischen beiden Städten. Er studierte Anglistik und kreatives Schreiben in Le Havre, London und Galway. In seiner Heimat Frankreich wurde "Foto auf Anfrage" vielfach mit Annie Ernaux verglichen. Im Mai 2025 wurde das Buch mit einer der wichtigesten Ehrungen für ein literarisches Debut in Frankreich, dem "Goncourt du Premier Roman" ausgezeichnet.
Christian Ruzicska ist Gründer und Verleger des Secession Verlags und Übersetzer aus dem Französischen. Unter anderem übersetzte er Romane von Hélène Bessette, Jérôme Ferrari und Emmanuelle Bayamack-Tam ins Deutsche.
"Über den Buchrand", die neue literarische Reihe des Institut français Sachsen-Anhalt verbindet Lesungen, Diskussion (und die Freude nicht immer gleicher Meinung zu sein) sowie kreative Aktivitäten in der Stadtbibliothek Magdeburg und lädt dazu ein, neue inklusive Perspektiven kennenzulernen und selbst einen Blick über den Buchrand zu wagen.
Ausgehend von ausgewählten Textpassagen entsteht ein gemeinsamer Austausch über Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Wandel. Die ausgewählten Texte kreisen um Fragen der Identitätsfindung und um Formen des Widerstands – dort, wo das Persönliche politisch wird. Sie stehen im Dialog mit den zentralen Herausforderungen unserer Zeit – Menschenrechte, Frauenrechte und die Rechte queerer Menschen – getragen von einem Geist der Inklusion und der Aufmerksamkeit für vielfältige Stimmen.
Im Rahmen der Präsenz der eingeladenen französischsprachigen Autor*innen auf der Leipziger Buchmesse verankert sich die Reihe zugleich im aktuellen literarischen Geschehen Europas und lädt dazu ein, geografische, soziale und symbolische Grenzen zu überschreiten und neue Wege für eine gemeinsame Reflexion zu eröffnen.
So versteht sich "Über den Buchrand" als ein offenes Forum des Austauschs, in dem Literatur zu einem lebendigen Raum des Denkens und der Freiheit wird.
"Über den Buchrand" ist ein Projekt des Institut français Sachsen-Anhalt in Kooperation mit der Stadtbibliothek in Kooperation mit der Stadtbibliothek Magdeburg und dem Christopher Street Day Sachsen-Anhalt e.V. mit der Unterstützung der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und des Fachbüros für Buch- und Verlagswesen des Institut français Deutschland.